Triple P *

Positives Erziehungsprogramm

*Dieses Programm entspricht den Qualitätskriterien der „Grüne Liste Prävention“.

Verantwortliche / Anbieter

Triple P Deutschland GmbH
Nordstraße 22
48149 Münster
Tel.: (02 51) 51 89 41
E-Mail: info@triplep.de
www.triplep.de

Kontaktmöglichkeit in Niedersachsen

s. o.

Zielsetzung

Ziel von Triple P ist es, Eltern Anregungen zu geben, die ihnen helfen können, die Beziehung zu ihrem Kind zu stärken und die kindliche Entwicklung zu fördern. Weitere Ziele von Triple P sind die Förderung der Gesundheit und sozialen sowie emotionalen Kompetenz von Kindern, Förderung eines konstruktiven, nicht verletzenden Umgangs mit Kindern sowie die Reduktion von erziehungsbedingtem Stress in den Familien.

Zielgruppe

Triple P ist ein präventiver, elternzentrierter Ansatz zur Unterstützung von Familien bei der Kindererziehung und liegt sowohl für Eltern mit Kindern von 2 bis 12 Jahren (Triple P) als auch für Eltern von Teenagern (Teen Triple P) sowie für Eltern von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen (Stepping Stones Triple P) vor. Die Triple P-Angebote sind in ihrer Intensität abgestuft und richten sich an alle Eltern mit Fragen zur Erziehung oder Entwicklung ihrer Kinder.

Inhalte und Methodik

Aufbauend auf fünf Grundprinzipien (für eine sichere und interessante Umgebung sorgen, eine positive und anregende Lernatmosphäre schaffen, sich konsequent verhalten, realistische Erwartungen entwickeln und auch die eigenen Bedürfnisse beachten) werden den Eltern positive Erziehungsfertigkeiten vermittelt. Diese sind z.B. wertvolle Zeit mit Kindern verbringen, beschreibend loben, beiläufiges Lernen oder Familienregeln aufstellen. Auf der Grundlage einer eigenen Einschätzung möglicher Ursachen der bestehenden Schwierigkeiten wählen die Eltern selbst diejenigen Erziehungsfertigkeiten aus, die sie in ihren Familienalltag integrieren möchten, um selbstgesetzte Ziele zu erreichen.
Diese Betonung der Selbstregulation der Eltern ist ein zentrales Prinzip: Die Triple P-Angebote bauen auf bestehende Stärken und Fertigkeiten der Eltern auf, ermutigen zu selbstständigem Problemlösen und unterstützen die Zuschreibung der Erfolge auf die eigene Person. Durch diese Stärkung der Selbstregulation lernen sie sich als wirksam Handelnde zu begreifen und können die Überzeugung entwickeln, auch zukünftige Aufgaben und Schwierigkeiten unabhängiger von fremder Hilfe zu meistern.
Je nach Beratungs-/Trainingsformat werden folgende Methoden eingesetzt: Informations- und Explorationsgespräche, praktische Übungen, Rollenspiel, Coaching, strukturierte Beobachtung der Eltern – Kind Interaktion, Video, Arbeitsbuch, Beobachtungsmethoden für Eltern und Hausaufgaben.

Rahmenbedingungen

Um dem Anspruch, allen Eltern passende Hilfestellung zu bieten, in der Praxis gerecht werden zu können, wurde Triple P als Mehrebenen-Ansatz entwickelt. Damit steht ein umfangreiches und flexibles System von Materialien, Beratungen und Elternkursen zur Verfügung, die sorgfältig aufeinander abgestimmt sind. Auf dieser Grundlage können Fachleute Eltern hilfreiche Angebote zur Stärkung ihrer Erziehungskompetenz machen, die auf die individuelle Situation, Bedürfnisse und Ressourcen der jeweiligen Familie abgestimmt sind.
Die Triple P-Angebote unterscheiden sich in Bezug auf drei Merkmale voneinander:

  • Intensität (Ebene 1: Universelles Triple P, medienbasierte Information über Erziehung / Ebene 2: Kurze Informations- und Beratungsangebote / Ebene 3: Themenspezifische Beratungs- und Trainingsangebote / Ebene 4: Umfassende Trainingsangebote / Ebene 5: Vertiefende Interventionen)
  • Modalität (Einzelkontakt oder Gruppe)
  • Zielgruppe (z.B. spezifische Angebote für Eltern von Teenagern oder von Kindern mit Behinderungen)

Der zeitliche Umfang der Angebote reicht von zehnminütigen „Tür-und-Angel-Gesprächen“ bis hin zu zehnwöchigen Trainingsangeboten mit wöchentlichen ein- bis zweistündigen Sitzungen.
Für die Gruppenangebote wird ein größerer Raum benötigt als für Einzelberatungen.
Üblicherweise werden die Triple P-Angebote von einem einzelnen Berater oder Trainer durchgeführt, gerade zu Beginn der Umsetzung kann aber die Arbeit in Tandems hilfreich sein.
Um Triple P durchführen zu können, ist die Teilnahme an einer entsprechenden Fortbildung Voraussetzung (siehe unten).

Schulungsangebot für Multiplikator*innen in Kita

Die Triple P-Fortbildungen variieren ebenso wie die Elternangebote bezüglich ihres Umfangs und damit auch die Kosten.
Alle Triple P-Fortbildungen umfassen vier Abschnitte, in denen die Teilnehmer sowohl theoretische Kenntnisse als auch praktische Fertigkeiten erwerben:

  1. eigenständige Vorbereitung an Hand von Literatur
  2. Seminar (1-5 Tage)
  3. eigenständige Nachbereitung mit Hilfe der Materialien und in Übungsgruppen (6-8 Wochen)
  4. Akkreditierungsquiz und -workshop.

Eine Übersicht aller Fortbildungen und der Kosten ist auf unserer Internetseite einzusehen:
www.triplep.de/pages/infosfuerfachleute/fortbildungen/fortbildungen_im_ueberblick.htm
Alle Triple P-Fortbildungen wenden sich an Fachleute aus dem Erziehungs- und Gesundheitswesen, die über Erfahrung in der Arbeit mit Eltern verfügen. Triple P zielt darauf ab, unterschiedliche am Erziehungs- und Beratungsprozess beteiligte Berufsgruppen in das Programm einzubinden, z.B. Erzieher, Lehrer, (Sozial-)Pädagogen Psychologen, Kinderärzte und Kinder- und Jugendpsychiater. Für die weniger intensiven Angebote (Ebene 2 und 3) genügt z.B. eine abgeschlossene Ausbildung zum/r Erzieher/in, für die intensiveren Angebote (Ebene 4-5) ist ein Hochschulabschluss im pädagogischen / psychologischen / medizinischen Bereich notwendig.
In KiTas werden meist die Kurzberatung (Ebene 3), aber auch das Gruppentraining (Ebene 4) und die Vortragsreihe (Ebene 2) eingesetzt.

Evaluation

Triple P ist ein weltweit eingesetztes, wirksames und anerkanntes evidenzbasiertes Erziehungsprogramm.
In rund 260 wissenschaftlichen Publikationen (davon knapp 50 unabhängig vom Entwickler und 6 Metaanalysen) aus über 20 Ländern zeigt sich die positive Wirksamkeit des Programms auf Faktoren wie z.B.:

  • Erziehungsverhalten der Eltern
  • Emotionen und Verhalten der Kinder
  • Stress und Befindlichkeit der Eltern
  • Selbstwirksamkeitsüberzeugungen der Eltern

Darüber hinaus konnte in einer breit angelegten Studie in den USA gezeigt werden, dass Triple P Kindesmisshandlung und Inobhutnahmen reduziert (WHO, 2010).
Weitere Informationen zur Evaluation von Triple P (inklusive Originalartikel) finden Sie über unsere Internetseite.
Wichtig für eine erfolgreiche Implementation sind unter anderem die Bereitstellung ausreichender zeitlicher Ressourcen, kollegiale Unterstützung sowie Selbstreflexion in der Umsetzung. Die Vertrautheit mit den Konzepten ist notwendig, um die Durchführung flexibel an individuelle Bedürfnisse der Familie unter Berücksichtigung der Triple P Kernprinzipien anzupassen.

Erfahrungsberichte, Verbreitung

Triple P wird seit über 35 Jahren kontinuierlich weiter entwickelt und in verschiedenen Kulturen, sozio-ökonomischen Gruppen und Familienstrukturen umgesetzt. In 25 Ländern, darunter z.B. die Niederlande, die Türkei, Schottland, USA und Kanada, Chile, Iran, Singapur und Australien, zeigen sich die positiven Wirkungen des Programms. Zahlreiche Materialien stehen in bis zu 20 verschiedenen Sprachen zur Verfügung.
Allein in Deutschland wurden seit 1999 rund 5.500 Fachkräfte in Triple P fortgebildet. Die Umsetzung erfolgt in unterschiedlichen Einrichtungen, darunter häufig KiTas. Auf unserer Internetseite haben wir einige Praxisberichte zusammengestellt:
http://www.triplep.de/de-de/was-kann-triple-p/praxisbeispiele/

Kosten, Unterstützungs- und Finanzierungshinweise

Kosten fallen einmalig für die Fortbildung sowie langfristig für Elternmaterialien an. Für die Triple P-Kurzberatung ist das z.B. durchschnittlich pro Familie ein „Kleiner Helfer“ (Preis pro Set mit 10 Kleinen Helfern: 8,80 Euro), für das Triple P-Gruppentraining ein Gruppenarbeitsbuch pro Familie (21,50 Euro).
Triple P Deutschland bietet allen fortgebildeten Fachkräften Unterstützung in Form von Beratung und Supervision.

Bezüge zum Orientierungsrahmen Kita-Qualität: Gesundheit – Bildung – Entwicklung

QD 2: Entwicklung der Kita-Kultur
QK 2.4: Bildungsverständnis und Bild vom Kind
QD 5: Bildung, Erziehung und Betreuung
QK 5.8: Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Eltern

Literatur / Quellen / Praxismaterialien

Eine Übersicht aller wissenschaftlichen Arbeiten zu Triple P bietet das australische „Parenting and Family Support Centre“ auf seiner Internetseite: https://www.pfsc.uq.edu.au/research/evidence/

Die Elternmaterialien können von fortgebildeten Fachkräften online im Shop der Internsetseite oder direkt in der Triple P-Zentrale in Münster (Kontaktdaten siehe oben) bestellt werden.