Zahnmedizinische Gruppenprophylaxe

Mundgesundheit in der Kita

Verantwortliche / Anbieter

Teams der Jugendzahnpflege in den niedersächsischen Kommunen in der Regel die ortsansässigen Gesundheitsämter. Vermittlung bei Bedarf über:

LAGJ – Landesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Jugendzahnpflege in Niedersachsen e.V.
Jeanette Kluber
Vahrenwalderstr. 257
30179 Hannover
Tel: (05 11) 350 55 45
E-Mail:  info@lagj-nds.de.
www.lagj-nds.de

Kontaktmöglichkeit in Niedersachsen

s. o.

Zielsetzung

Förderung und Erhalt der Mundgesundheit der Kinder. Grundlage ist der § 21 des SGB V, ein seit 1989 bestehendes Gesetz zur einheitlichen Begegnung der hohen Karieslast bei Kindern. Ziel ist die kindgerechte Vermittlung von Wissen darüber, was für den Erhalt gesunder Zähne notwendig ist. Diese aufsuchende und kostenfreie Präventionsmaßnahme trägt zur Herstellung der Chancengleichheit zu einem gesunden Aufwachsen für alle Kinder bei.

Zielgruppe

Kinder in der Kindergarten, auch Krippen.

Inhalte und Methodik

Die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe umfasst regelmäßige Besuche einer Prophylaxefachkraft. Diese vermittelt den Kindern altersgerecht Grundlagen zum Erhalt einer guten Mundgesundheit (Themen Ernährung, Sprache etc). Des Weiteren wird ein gemeinsames Zahn-Putztraining durchgeführt. Die Kinder werden  befähigt , ihre Zähne selbst zu putzen. Der Erfolg der Maßnahme wird durch die Erhebung des Zahnstatus (Untersuchung) kontrolliert. Im Falle eines akuten Behandlungsbedarfs werden die Eltern entsprechend informiert. Ferner können – je nach den Möglichkeiten der Kommune –Untersuchungen durch einen Zahnarzte/einer Zahnärztin in der Einrichtung stattfinden, bei denen durch Sichtung der Zähne ein Befund über den Kariesstatus erhoben wird. Des Weiteren können auch Maßnahmen zur Informierung der Eltern stattfinden, z.B. im Rahmen eines Elternabends oder in den Bring- und Abholphasen der Kinder. Diese sind in der Regel für die Einrichtungen und Eltern kostenfrei.

Rahmenbedingungen

In der Regel wird eine Gruppe für ca. 45 Minuten besucht. Eine entsprechende Absprache über das Mitwirken der Erzieher*innen findet im Vorfeld statt.

Schulungsangebot für Multiplikator*innen in Kita

Sofern dies vom Kindergartenteam gewünscht ist, können zusätzliche Veranstaltungen stattfinden: Prinzipiell besteht die Möglichkeit, dass Erzieher*innen eine gesonderte, eintägige Schulung erhalten, die in der Regel kostenfrei oder sehr kostengünstig ist. Dies wird von dem zuständigen Team der Jugendzahnpflege nach Absprache organisiert.

Evaluation

Die Zahnmedizinische Gruppenpropylaxe ist das weitreichendste deutsche Präventionsprogramm: über 90% aller Kindergärten werden in Niedersachsen mindestens einmal jährlich besucht. Die Befunde der Kinder belegen den Erfolg: Aus den regelmäßigen epidemiologischen Begleit-Untersuchungen („DAJ-Studien“) zur Wirksamkeit der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe ist ersichtlich, dass die Zahngesundheit der 12jährigen von ehemals durchschnittlich 7 zerstörten Zähnen pro Kind mittlerweile auf nur ½ Zahn reduziert hat. Auch bei den 6-7jährigen ist die Zahl der nicht-naturgesunden Zähne innerhalb der letzten 20 Jahre stark gesunken: waren es 1995 noch durchschnittlich fast 3 Zähne pro Kind, so sind es 2015 weniger als 2. Trotzdem gibt es weiterhin großen Bedarf an zahnmedizinischer Gruppenprophylaxe. Die Kinder mit Kariesbefund, haben im Schnitt mehr als 4 betroffene Zähne (6-7jährige), aber auch schon bei den 3jährigen sind es fast 4 Zähne. Insgesamt hat fast jedes fünfte 3jährige Kind eine frühkindliche Karies, die sogenannte Nuckelflaschenkaries.

Erfahrungsberichte, Verbreitung

s. o.

Kosten, Unterstützungs- und Finanzierungshinweise

Für den Besuch der Prophylaxefachkräfte bzw. der Zahnärzte/Zahnärztinnen fallen keine Kosten an. Ggf. kann das tägliche Zähneputzen in der Einrichtung durch Beisteuerung von Materialien (Zahnbürsten, Zahnpasta) erfolgen. Dies ist jedoch abhängig von den Strukturen der zuständigen Behörde und muss individuell besprochen werden.

Bezüge zum Orientierungsrahmen Kita-Qualität: Gesundheit – Bildung – Entwicklung

QD 4: Kooperation und Vernetzung
QK 4.4: Externe Beratung
QD 5: Bildung, Erziehung und Betreuung
QK 5.5: Lernbereich- und Erfahrungsfelder
QD 6: Wirkungen
QK 6.1: Auswirkungen auf die Kinder

Literatur / Quellen / Praxismaterialien