Mobbing-Interventions-Team in der Schule (MIT)

Wertschätzende Schulkultur entwickeln

Verantwortliche / Anbieter

Niedersächsische Landesschulbehörde
Auf der Hude 2
21339 Lüneburg
Fortbildungsangebot über die Regionalbeauftragten für Prävention und Gesundheitsförderung in den jeweiligen Regionalabteilungen der Nds. Landesschulbehörde:

  • Regionalabteilung Braunschweig
    Jutta.Sengpiel@nlschb.niedersachsen.de
  • Regionalabteilung Hannover
    Sarah.Iken@nlschb.niedersachsen.de
  • Regionalabteilung Lüneburg
    Jens.Carstens@nlschb.niedersachsen.de
  • Regionalabteilung Osnabrück
    Stefan.Huehne@nlschb.niedersachsen.de

Schulische Anfragen zur Beratung und Unterstützung bitte über
www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de

Zielsetzung

  • Entwicklung einer Anti-Mobbing-Kultur in der Schule im Sinne einer Schulkultur der Anerkennung und Wertschätzung,
  • Weiterentwicklung des schulischen Sicherheits- und Präventionskonzeptes durch Maßnahmen zur Prävention und Intervention bei Mobbing unter Schüler*innen,
  • Ausbildung und Etablierung eines Mobbing-Interventions-Teams (MIT) in der Schule,
  • Vernetzung schulischer Beratungskompetenzen unter dem Fokus Mobbing unter Schülerinnen und Schüler,
  • Einrichtung einer Anlaufstelle für Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte,
  • Nachhaltige Beendigung von Mobbingprozessen durch Klassentrainings in von Mobbing betroffenen Klassen,
  • Vernetzung der Schule mit außerschulischen Beratungs- und Unterstützungsangeboten.

Zielgruppe

Schulen aller Schulformen, Lehrkräfte mit Vorerfahrungen im Bereich des Sozialen Lernens und Schulsozialpädagog*innen.

Inhalte und Methodik

Ausgehend von der Definition „Mobbing als gruppendynamischer Prozess“ erlernen die zukünftigen MITs mittels analoger Methoden die Durchführung von Klassentrainings. Das Training ist nicht täterfocussiert und verfolgt u.a. die Zielsetzungen:

  • alle Schüler*innen kommen aus ihren bisherigen Rollen (Täter, Opfer, Zuschauer) heraus,
  • die Klasse findet ein neues soziales Miteinander.

Am Ende der 4 Ausbildungsmodule hat jedes MIT-Team ein Klassentraining, abgestimmt auf die Schülerschaft, erstellt. Die Teams lernen außerdem die Methode „no blame approach“ kennen. In drei Netzwerknachmittagen erarbeiten die Teams gemeinsam mit ihren Schulleitungen Strategien zur Etablierung des Angebots der MITs in der Schule unter Berücksichtigung von Schnittstellen innerhalb und außerhalb der Schule. Fester Bestandteil der Netzwerktreffen ist die Vernetzung mit der Polizei (Beauftragte für Jugendsachen) und anderen kommunalen Unterstützungsangeboten.

Rahmenbedingungen

Die Qualifizierungsmaßnahme „Mobbing-Interventions-Team in der Schule“ wird jährlich in allen Regionalabteilungen der Nds. Landesschulbehörde über die Kompetenzzentren für Lehrerfortbildung (vedab) ausgeschrieben. Sie beginnt zum Schuljahresbeginn und dauert ein Schuljahr. Sie umfasst einen KickOff-Nachmittag, 4,5 ganztägige Ausbildungsmodule und 3 Netzwerknachmittage. Die Fortbildung findet im Schulsetting statt, in der Regel schulformübergreifend. Pro Schule können 2 bis 4 Personen angemeldet werden. Die Ausbildungsmodule werden von einem MIT-Trainertandem durchgeführt, die Netzwerknachmittage leitet die/der Regionalbeauftragte für Prävention und Gesundheitsförderung.

Schulungsangebote für Multiplikator*innen in Schulen

Keine.

Evaluation

Erfolgskriterien:

  • Hilfreich für die Akzeptanz und die spätere Arbeit eines Mobbing-Interventions-Teams ist die Information der Schulöffentlichkeit. Über die Gesamtkonferenz und den Schulvorstand ist ein entsprechendes Votum einzuholen.
  • Erforderlich ist die Projektsteuerung durch eine Projektgruppe, vor allem in der Erprobungs- und Implementierungsphase. Die Klärung von Ressourcen ist wichtig.

Stolpersteine:

  • Unzureichende Ressourcenklärung im Vorfeld der Implementierung (Überlastung des Beratungs- und Unterstützungspersonals),
  • Mangelhafte Kommunikation im Vorfeld der Maßnahme, während der Erprobungsphase und Abstimmung über die tatsächliche Implementierung.

Erfahrungsberichte, Verbreitung

In Niedersachsen haben ca. 200 Schulen seit 2007 an der Qualifizierung „Mobbing-Interventions-Team in der Schule“ teilgenommen.
Praxisbericht der Inselschule Borkum nachzulesen in:
Schulverwaltung Niedersachsen 9/2011, S. 236-237, Carl Link, Wolters Kluwer GmbH, Köln, „Mobbing-Intervention braucht vor allem Zeit- Erfahrungen mit der Umsetzung des MIT-Projekts an der Inselschule Borkum“.
MITs werden auf vielen Schulhomepages unter dem jeweiligen Arbeitsschwerpunkt oder dem Stichwort „Mobbing“ vorgestellt.

Kosten, Unterstützungs- und Finanzierungshinweise

Die Kosten berechnen sich aus den Gebühren der Kompetenzzentren, den Raumkosten und den Fahrtkosten der Trainer*innen. Sie liegen in der Regel zwischen 150,00 Euro und 200,00 Euro pro Teilnehmer*in und werden über das Schulbudget abgerechnet. (Stand Januar 2013)

Bezüge zum Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen

Das Angebot „Mobbing-Interventions-Team (MIT)“ unterstützt grundsätzlich Ergebnisse und Wirkungen (QB 1) der Unterrichts- und Erziehungsarbeit und ist damit förderlich für die Erfüllung des Bildungsauftrages nach dem Niedersächsischen Schulgesetz. Es kann dazu beitragen, Schulqualität zu verbessern, insbesondere in den Qualitätsbereichen 2 bis 5.

QB 2: Lehren und Lernen
QM 2.2: Unterrichtsführung (Störungsprävention, Lernklima)
QB 3: Leitung und Organisation
QM 3.3: Schulorganisation ( Angebote der individuellen Beratung und Unterstützung)
QB 4: Ziele und Strategien der Schulentwicklung
QM 4.1: Schulprogramm (Maßnahmen und Aktivitäten)
QM 4.3: Berufliche Kompetenzen (Fort- und Weiterbildung, Gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen)
QB 5: Bildungsangebote und Anforderungen
QM 5.2. Schuleigenes Curriculum (Unterrichtsergänzende Angebote)

Erläuterungen:

  • Ziel des Angebotes ist die Prävention von und die Intervention bei Gewalt und Mobbing. Die Förderung sozialer Kompetenzen schafft ein positives Lernklima und beugt Störungen vor (Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit).
  • Bei Berücksichtigung im Leitbild kann es eine zu dokumentierende Maßnahme des Schulprogramms darstellen.
  • Lehrerfortbildungen sind vorgesehen. Das Programm fördert prosoziales Verhalten der Schüler*innen und entlastet damit die Lehrkräfte. (Lehrergesundheit)
  • Es besteht die Möglichkeit, es als -Bildungsangebot- in das schuleigene Curriculum zu integrieren und das Themenfeld Gewaltprävention als gesundheitsfördernde Entwicklungschance zu nutzen.

Literatur / Quellen / Praxismaterialien

  • Gerlach, N.M. (2006): Mobbing – Ein Praxis- und Methodenbuch, Gewalt Akademie Villigst, www.gewaltakademie.de (Zugriff 20.04.2015)
  • Barmer Krankenkasse / UK NRW/ GUVH / LUKN, u.a. (Hrsg.): Mobbing? Nicht in unserer Schule, Unterrichtsheft Klasse 5 – 8 verfügbar unter
    www.mindmatters-schule.de
  • Taglieber, W. (2005): Berliner Anti-Mobbing-Fibel. Was tun wenn – Eine Handreichung für eilige Lehrkräfte, Berliner Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM), Berlin,
    www.lisum.de
  • Flyer „Mobbing-Interventions-Team in der Schule“ unter
    www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de/bu/schulen/schulentwicklung/pg