PaC – Prävention als Chance *

Gewaltprävention und Soziales Lernen im kommunalen Verbund

*Dieses Programm entspricht den Qualitätskriterien der „Grüne Liste Prävention“.

Verantwortliche / Anbieter

Gemeinde-Unfallversicherungsverband
Hannover
Landesunfallkasse Niedersachsen
Landeskriminalamt Niedersachsen
Zentralstelle Gewalt, Eigentum, Prävention und Jugendsachen
Am Mittelfelde 169
30519 Hannover
Tel.: (05 11) 87 07-198 o. 431
Fax: (05 11) 87 07-202
E-Mail: mail@pac-programm.de
www.guvh.de
Am Waterlooplatz 11
30169 Hannover
Tel.: (05 11) 2 62 62-32 46
Fax: (05 11) 2 62 62-32 50
E-Mail: mail@pac-programm.de
http://www.lka.polizei-nds.de

Zielsetzung

Mit PaC – Prävention als Chance werden folgende Ziele angestrebt:

  • Förderung und Stärkung sozialer Kompetenzen,
  • Verbesserung des Gruppen-, Klassen- und Schulklimas,
  • Reduzierung von Gewalt und anderen Regelverletzungen,
  • Reduzierung von Verletzungen und Sachschäden,
  • nachhaltige Implementierung von Prävention in Schulen und Kindertageseinrichtungen.

Zielgruppe

Kinder und Jugendliche, Lehrkräfte, Erzieher*innen, Eltern, Sozialpädagog*innen, Sozialarbeiter*innen, kommunaler Präventionsrat, kommunale Jugendhilfe, Schulleitungen sowie Leitungen von Kindertageseinrichtungen.

Inhalte und Methodik

PaC ist ein Mehrebenen-Programm zur primären Gewaltprävention, das alle Beteiligten sämtlicher Bildungseinrichtungen einer Kommune (Kindertageseinrichtungen und Schulen) einbindet.
Das Programm kombiniert bewährte Projekte in einem Bausteinsystem, die zwei unverzichtbaren thematischen Säulen zugeordnet werden:

  1. Stärken und Kompetenzen fördern
    Durch die Förderung  sozialen Lernens, die Stärkung und das Einbeziehen von Eltern und das Coaching für Erzieher*innen und Lehrkräfte setzt PaC auf die Verbesserung von Ressourcen.
  2. Besondere Unterstützungen anbieten
    Patenschaften, Partizipationsmethoden für Kinder und Jugendliche und fallbezogene Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule sind Unterstützungselemente in PaC.

PaC wird als zeitlich nicht begrenztes, sich ständig weiterentwickelndes Programm in die kommunalen Strukturen integriert. Es lernt an sich selbst und an den Erfahrungen vor Ort. Siehe PaC Broschüre www.pac-programm.de

Rahmenbedingungen

Um PaC in einer Kommune zu implementieren, sind folgende Voraussetzungen notwendig:

  • Entscheidung und Unterstützung durch die kommunale Spitze,
  • Verbund aller beteiligten Kindertageseinrichtungen und Schulen zur Durchführung eines abgestimmten Präventionskonzeptes,
  • koordinierendes PaC-Management durch die Kommune,
  • Vernetzung aller an der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen beteiligten Einrichtungen und Institutionen („Chancen-Netzwerk“).

Eine aktive Unterstützung erfolgt u.a. durch die Regionalbeauftragten für Prävention und Gesundheitsförderung (RPG) der Regionalabteilungen der niedersächsischen Landesschulbehörde. www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de/bu/schulen/schulentwicklung/pg/praevention

Das vom Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA NI) und dem Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover/Landesunfallkasse Niedersachsen (GUVH/LUKN) gemeinsam getragene Programm PaC-Prävention als Chance hat mit dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) www.nifbe.de einen neuen Kooperationspartner gewonnen. Das bedeutet ein deutliches Plus an wissenschaftlicher Beratungskompetenz, nicht nur für die hier organisierten Kindertageseinrichtungen.

Schulungsangebot für Multiplikator*innen in Schulen

Fortbildungen und Schulungen werden durch die niedersächsische Landesschulbehörde, den GUV Hannover sowie durch externe Anbieter durchgeführt.

Evaluation

PaC wurde durch die Universität Hamburg und die Fachhochschule Osnabrück in Zusammenarbeit mit dem Institut Gussenberg evaluiert.

2018  schließt die wissenschaftliche Evaluation der Dauerumsetzung durch das Institut Zoom-Gesellschaft für prospektive Entwicklungen e.V. aus Göttingen  ab.

Erfahrungsberichte, Verbreitung

Erfahrungsberichte sind unter www.PaC-programm.de eingestellt.
Nach der Modellphase im Zeitraum 2003 bis 2009 wird das evaluierte Programm seit 2010 sukzessive landesweit in interessierten Kommunen umgesetzt, die die oben aufgeführten Voraussetzungen erfüllen. Ende 2011 wurde PaC in sechs Kommunen durchgeführt.  Anfang 2016 sind es bereits  zehn Kommunen.

Kosten, Unterstützungs- und Finanzierungshinweise

Wenn eine Kommune sich dazu entschließt, PaC zu implementieren, ist es unerlässlich, regelmäßig im Jahreshaushalt Gelder in einen PaC-Titel einzustellen. Die für die Umsetzung von PaC aufzubringenden finanziellen und personellen Ressourcen hängen u.a. von der Größe der Kommune und dem Umfang der notwendigen Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen ab.

Eine finanzielle Unterstützung durch örtliche Sponsoren kann hilfreich sein. Hier kann der Landespräventionsrat beratend unterstützen.

Unterstützungshinweise: 

Norbert Kueß, Programm-Koordination

E-Mail: mail@pac-programm.de

Tel.: (0511) 2 62 62-32 46 o. 32 03

Bezüge zum Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen

Das Angebot PaC unterstützt grundsätzlich Ergebnisse und Wirkungen (QB 1) der Unterrichts- und Erziehungsarbeit und ist damit förderlich für die Erfüllung des Bildungsauftrages nach dem Niedersächsischen Schulgesetz. Es kann dazu beitragen, Schulqualität zu verbessern, insbesondere in den Qualitätsbereichen 2 bis 6.

QB 2: Lehren und Lernen
QM 2.2: Unterrichtsführung (Störungsprävention, Lernklima)
QB 4: Ziele und Strategien der Schulentwicklung
QM 4.1: Schulprogramm (Leitbild)
QM 4.3: Berufliche Kompetenzen (Fort- und Weiterbildung, Gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen)
QB 5: Bildungsangebote und Anforderungen
QM 5.2: Schuleigenes Curriculum (Unterrichtsergänzende Angebote)
QB 6: Kooperation und Beteiligung
QM 6.2: Kooperation nach außen (Erweiterung des Bildungsangebotes)
QM 6.3: Beteiligung (Mitwirkung an Gestaltungsprozessen)

Erläuterungen:

  • Ziel des Angebotes ist die Förderung und Stärkung sozialer Kompetenzen. Verbesserte soziale Kompetenzen schaffen ein positives Lernklima und beugen Störungen vor (Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit).
  • Bei Berücksichtigung im Leitbild kann es eine zu dokumentierende Maßnahme des Schulprogramms darstellen.
  • Lehrerfortbildungen sind vorgesehen. Das Programm fördert prosoziales Verhalten der SchülerInnen und entlastet damit die Lehrkräfte. (Lehrergesundheit)
  • Es besteht die Möglichkeit, es als -Bildungsangebot- in das schuleigene Curriculum zu integrieren und das Themenfeld Gewaltprävention als gesundheitsfördernde Entwicklungschance zu nutzen.
  • Externe Institutionen unterstützten die Gestaltung eines gesundheitsfördernden Erfahrungs- und Lernraums unter Einbindung der Beteiligten.

Literatur / Quellen / Praxismaterialien