Trampolin *

Kinder aus suchtbelasteten Familien entdecken ihre Stärken

*Dieses Programm entspricht den Qualitätskriterien der „Grüne Liste Prävention“.

Verantwortliche / Anbieter

Koordination:
Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen
Referentin für Suchtprävention und HaLT-Landeskoordination
Ricarda Henze
Podbielskistraße 162
30177 Hannover
Tel.: (05 11) 62 62 66 – 0
E-Mail: henze@nls-online.de

Trampolin-Trainer*innen:
www.projekt-trampolin.de/#/k-j/4-0

Zielsetzung

Kinder aus suchtbelasteten Familien durch eigene Schutzfaktoren stärken und Verbesserung der Erziehungssicherheit in der Elternrolle trotz Suchtbetroffenheit.

Zielgruppe

Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren und Eltern aus suchtbetroffenen Familien.

Inhalte und Methodik

Kinder erfahren in 9 Modulen Möglichkeiten zur Stressbewältigung und zur Reduzierung von psychischen Belastungen. Der Kenntnisstand bei den Kindern über die Wirkung von Drogen und den Effekt von Sucht auf die betroffene Person und deren Familie wird verbessert und ein positives Selbstbild wird aufgebaut.
Selbstwert und Selbstwirksamkeitserwartungen bei den Kindern sollen sich durch die Teilnahme an dem Gruppenprogramm erhöhen.

Themen der Gruppensitzungen sind:

  1. vertrauensvolle Gruppenatmosphäre schaffen,
  2. Selbstwert / positives Selbstkonzept stärken,
  3. über Sucht in der Familie reden,
  4. Wissen über Sucht und Süchtige vergrößern,
  5. mit schwierigen Emotionen umgehen,
  6. Probleme lösen und Selbstwirksamkeit erhöhen,
  7. Verhaltensstrategien in der Familie erlernen,
  8. Hilfe und Unterstützung einholen,
  9. positives Abschiednehmen.

Die Eltern werden durch die Erhöhung der Erziehungssicherheit in ihrer Elternrolle gestärkt. Eine Sensibilisierung der Eltern für die Auswirkung elterlicher Sucht auf die Kinder findet statt.

Rahmenbedingungen

Mit Unterstützung des Niedersächsischen Sozialministeriums konnten im April 2012 zur Implementierung von „Trampolin“ in Niedersachsen im Rahmen einer 2-tägigen Schulung in Hannover insgesamt 22 Mitarbeiter*innen aus 16 niedersächsischen Fachstellen für Sucht und Suchtprävention im „Trampolin“-Programm geschult werden. Referentinnen waren die Mitentwicklerin Dr. Sonja Bröning vom Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalter am Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf (DZSKJ) und Claudia Mierzowski von der Drogenhilfe Hildesheim gGmbH, die bereits in der Erprobungsphase „Trampolin“ sehr erfolgreich in Hildesheim umsetzen konnte.
Kursleiter*innen sind Pädagogen*innen (M.A.), Psychologen *innen mit Zusatzqualifikationen im suchtpräventiven Arbeitsfeld und „Trampolin-Trainer*innen“-Konzeptschulung.
Fachkräfte von Suchtberatungsstellen können beim NLS (Ansprechpartnerin siehe oben) erfragt werden.

Umfang und Dauer der Intervention beläuft sich über 9 mal 90 Minuten, einmal wöchentlich in einer Gruppe von 5 bis 8 Kindern.
Für die Durchführung wird ein kindgerechter Raum, der gut belüftet ist mit Möglichkeiten für Sitz- und Entspannungsgelegenheit benötigt

Schulungsangebot für Multiplikator*innen in Schulen

Informationen zur Kursleitungsqualifikation „Trampolin-Trainer*in“ sind unter www.projekt-trampolin.de nachlesbar.

Evaluation
Erfolgskriterien :

Im Rahmen der Evaluation wurden 130 Kinder und deren Eltern und 27 interventionsdurchführende Beratungsstellen befragt. Die Teilnehmer der „Trampolin“-Gruppe wiesen jedoch im Vergleich zur Kontrollgruppe nach der Intervention und auch nach sechs Monaten eine geringere psychische Belastung und einen besseren Kenntnisstand zum elterlichen Suchtverhalten auf.
Im Elternurteil zeigte sich zudem eine signifikant höhere Stressbewältigungskompetenz im Bereich der konstruktiv-selbstberuhigenden Emotionsregulation. In der begleitenden Prozessevaluation wurde ein hohe Akzeptanz des „Trampolin“-Programms seitens der Kursleiter, der teilnehmenden Kinder und Eltern deutlich. Bezüglich des Gruppengefühls und der Frage danach, ob das Kind des Kurs weiterempfehlen würde, war der ‚Trampolin‘-Kurs der suchtunspezifischen Intervention überlegen.“

Näheres unter : www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/DrogenundSucht/Suchtstoffuebergreifende_Themen/Downloads/BMG_Endbericht_Trampolin_submit_01.pdf

Erfahrungsberichte, Verbreitung

Unter www.projekt-trampolin.de sind die Standorte der Anbieter aus der Pilotphase ersichtlich.

Kosten, Unterstützungs- und Finanzierungshinweise

Die Kosten- und Finanzierungsweise ist nicht einheitlich geklärt. Mittlerweile wurde „Trampolin“ von der Zentralen Prüfstelle grundsätzlich anerkannt; jede/r Trainer*in muss sich allerdings persönlich anerkennen lassen.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass „Trampolin“ in diese Strukturen nicht passt. Eine Finanzierung über die Eltern würde das Angebot zu hochschwelling werden lassen. Des Weiteren ist „Trampolin“ nicht primär ein schulisches Projekt. Hier ist unbedingt der Aspekt einer möglichen Stigmatisierung zu beachten! Lehrkräfte, die für „Trampolin“ Kinder im Blick haben, sollten sich mit den entsprechenden Fachstellen (bzw. „Trampolin-Trainer*innen“) in Verbindung setzen und gemeinsam überlegen, in welcher Form (und an welchem Ort) ein Kursangebot sinvoll wäre.

Bezüge zum Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen

Das Angebot „Trampolin“ unterstützt grundsätzlich Ergebnisse und Wirkungen (QB 1) der Unterrichts- und Erziehungsarbeit und ist damit förderlich für die Erfüllung des Bildungsauftrages nach dem Niedersächsischen Schulgesetz. Es kann dazu beitragen, Schulqualität zu verbessern insbesondere in den Qualitätsbereichen 2 – 6.

QB 3: Leitung und Organisation
QM 3.3: Schulorganisation (Angebote der Beratung und Unterstützung)

Erläuterungen:

Ziel des Angebotes ist die Aufklärung und Unterstützung bei Suchterkrankung in der Familie und den Umgang damit durch beratende Unterstützung.

Literatur / Quellen / Praxismaterialien