Ernährungsführerschein

 

Ein Baustein zur Ernährungsbildung in der Grundschule

Verantwortliche / Anbieter

Bundeszentrum für Ernährung
in der Bundesanstalt für Landwirtschaft
und Ernährung (BLE)
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn
www.bzfe.de

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen
c/o Niedersächsische Landesschulbehörde
Wilhelmstraße 62-69
38100 Braunschweig

Tel.: (0531) 484 3381
E-Mail: kontakt@dgevesch-ni.de

Zielsetzung

In 6 bzw. 7 Doppelstunden werden anhand von praktischen Einheiten (z. B. Zubereitung von lustigen Brotgesichtern, Gemüsespießen, Schlemmerquark…) Kompetenzen im Bereich der Lebensmittelkunde (Ernährungspyramide), der Lebensmittelzubereitung (Schneiden, Schälen, Kochen), Sensorik (Riechen, Tasten, Schmecken), Tisch-Knigge, Tischdecken, Gästebewirtung und der Hygiene vermittelt.

Zielgruppe

Grundschüler*innen der dritten Klassenstufe.

Inhalte und Methodik

Ein Unterrichtskonzept, in dem der praktische Umgang mit Lebensmitteln und Küchengeräten im Mittelpunkt steht. Kinder lernen, Lebensmittel mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu genießen.
Den Lehrkräften steht der umfangreiche Ringordner  „Ernährungsführerschein – ein Baustein zur Ernährungsbildung in der Grundschule“ mit ausgearbeiteten Unterrichtsverläufen, differenzierenden Kopiervorlagen, Elternbriefen und Führerscheindokumenten zur Verfügung. Der „Ernährungsführerschein“ schließt mit einer schriftlichen und einer praktischen Prüfung ab. Die Kinder erhalten nach bestandener „Prüfung“ ein „Führerscheindokument“.

Rahmenbedingungen

Der „Ernährungsführerschein“ umfasst sechs bis sieben Doppelstunden. Sollte die 7. Einheit gewünscht sein, ist eine Schulküche notwendig, um warme Speisen zuzubereiten. Im Klassenraum sollte zur Durchführung des Ernährungsführerscheins ein Waschbecken vorhanden sein. Lehrkräfte können den Ernährungsführerschein selbstständig im Klassenzimmer durchführen. Bei einigen Einheiten ist es hilfreich, wenn freiwillige Helfer, zum Beispiel Eltern oder Großeltern, die Lehrkraft unterstützen.
Eine hauswirtschaftliche Schulung oder besondere ernährungswissenschaftliche Kenntnisse sind nicht erforderlich. Alle notwendigen fachlichen Inhalte vermittelt das Material. Kenntnisse aus den Fachbereichen Biologie, Ernährung oder Hauswirtschaft sind durchaus hilfreich.

Schulungsangebote für Multiplikator*innen in Schulen

Zu dem Ernährungsführerschein werden regelmäßig Lehrer*innen-Fortbildungen von den Vernetzungsstellen Schulverpflegung Niedersachsen durchgeführt. Siehe www.dgevesch-ni.de

Evaluation

Zur Erfassung der Wirksamkeit des Projektes und zur Verbesserung von Strategien und Maßnahmen wurden bereits umfangreiche wissenschaftliche Evaluationen durchgeführt, die die Qualität der Unterrichtsmaterialien, die Lehrerfortbildungen sowie die Umsetzung des „Ernährungsführerscheins“ mit und ohne externe Fachkräfte untersuchten.
http://www.bzfe.de/inhalt/ernaehrungsfuehrerschein-3773.html, s. Artikel: Wirksamkeit wissenschaftlich bestätigt.

Erfahrungsberichte, Verbreitung

Nicht benannt.

Kosten, Unterstützungs- und Finanzierungshinweise

Schulen können den „Ernährungsführerschein“ selbstständig ohne externe Unterstützung durchführen. Hier entstehen einmalig Kosten in Höhen von 40,00 Euro für den Ringordner. Wenn weitere Klassen der Schule den „Ernährungsführerschein“ umsetzen, kommen lediglich geringe Anschaffungskosten für Elternbriefe, Führerscheindokumente etc. auf die Schule zu. Der Ringordner kann immer weiter verwendet werden.
Weitere Kosten können für Lebensmittel in Höhe von ca. 10,00 Euro pro Doppelstunde entstehen und für die Hygienebelehrung der Lehrkräfte im örtlichen Gesundheitsamt in Höhe von 15,00 Euro bis 25,00 Euro.

Ansprechpartner*innen / Behörden und Institutionen

Bundeszentrum für Ernährung in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), www.bzfe.de
Das Medienpaket zum „Ernährungsführerschein“ (Bestell-Nr. 3941) kann beim BLE-Medienservice bestellt werden:
www.ble-medienservice.de

Bezüge zum Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen

Das Angebot „Ernährungsführerschein“ unterstützt grundsätzlich Ergebnisse und Wirkungen (QB 1) der Unterrichts- und Erziehungsarbeit und ist damit förderlich für die Erfüllung des Bildungsauftrages nach dem Niedersächsischen Schulgesetz. Es kann dazu beitragen, Schulqualität zu verbessern, insbesondere in den Qualitätsbereichen 4 und 5.

QB 4: Ziele und Strategien der Schulentwicklung
QM 4.1: Schulprogramm (Leitbild)
QB 5: Bildungsangebote und Anforderungen
QM 5.1: Bildungsangebote (Ausgestaltung des Tagesablaufes, Besondere Angebote der Förderung)
QM 5.2: Schuleigenes Curriculum (Unterrichtsergänzende Angebote)

Erläuterungen:

  • Bei Berücksichtigung im Leitbild kann es eine zu dokumentierende Maßnahme des Schulprogramms darstellen.
  • Ernährungsbildung mit Schulfrühstück in der Pause stellt eine tagesstrukturierende Maßnahme und ein besonderes Angebot der Förderung dar.
  • Es besteht die Möglichkeit, es als Bildungsangebot im schuleigenen Curriculum zu integrieren und das Themenfeld ausgewogenes Essen und Trinken als gesundheitsfördernde Entwicklungschance zu nutzen.

Literatur / Quellen / Praxismaterialien