Informationsprojekt zur Jugendkriminalität

Gewaltprävention an Schulen

Verantwortliche / Anbieter

Polizeiinspektion Braunschweig
Beauftragte für Jugendsachen
Polizeihauptkommissarin Ines Fricke
Friedr.-Voigtländer-Str. 41
38104 Braunschweig
Tel.: 0531 476-3059
E-Mail: ines.fricke@polizei.niedersachsen.de

Zielsetzung

Die Schüler*innen sollen sich mit der Problematik der Jugendkriminalität auseinander setzen. Zudem sollen sie gegenüber abweichendem Verhalten, den möglichen Ursachen und Folgen für den Einzelnen und für die Gesellschaft sensibilisiert werden. Normen werden verdeutlicht und die Schüler*innen befähigt, in Konfliktsituationen kriminelles Verhalten zu vermeiden oder abzulehnen. Potenziellen Opfern sollen Hilfsmöglichkeiten und potenziellen Tätern die Konsequenzen für ihr kriminelles Handeln aufgezeigt werden.

Zielgruppe

Schüler*innen aller Schulformen und ab der Jahrgangstufe 5, Lehrkräfte, Eltern.

Inhalte und Methodik

Das Informationsprojekt der Polizei ist das 5. Baustein im Rahmen des ehemaligen Braunschweiger Modells zur Gewaltprävention an Schulen. Dieses bestand aus den unterschiedlichen Bausteinen „Schritte gegen Tritte“, „SPORT statt Gewalt“, „Selbstvertrauen stärken“, „Konfliktlotsentraining“ zur Gewaltprävention an Schulen. Das Informations-Projekt der Polizei beschäftigt sich mit der Prävention von Jugendkriminalität. Schwerpunkte sind:

  • Gewalt gegen Sachen und/oder Personen,
  • ausgewählte Delikte wie Körperverletzung,
  • räuberische Erpressung (Abziehen),
  • Eigentumsdelinquenz,
  • Internetkriminalität / Cybermobbing,
  • Umgang mit Waffen und unerlaubten Gegenständen,
  • rechtsextreme und ausländerfeindliche Straftaten,
  • Strafverfahren und Folgen.

Das Informations-Projekt der Polizei eignet sich zur Einbindung in eine Projektwoche oder Gewaltpräventionsprojekte, die an der Schule durchgeführt werden. Die Umsetzung erfolgt durch die Mitarbeiter*innen des Präventionsteams der Polizei und / oder den Sachbearbeitern Prävention aus dem zuständigen Polizeikommissariaten.
Das Projekt gliedert sich in 3 Phasen.
Phase 1:
Rollenspiel „Polizei-Einsatz“ Schulhof (nach Einweisung durch Lehrkräfte „spielen“ Schüler*innen Opfer-Täter-Zeugen, z.B. Handyraub) und der Rest der Klasse schaut zu.
Phase 2:
Einbindung der gesamten Klasse im Klassenraum bei der theoretischen Aufarbeitung der Geschehnisse (Straftatbestände, Begriffserklärungen, Aufgabe der Polizei, Strafzumessung für Kinder und Jugendliche).
Phase 3:
Zusammenfassung, 6 Regeln für Zivilcourage, Abschlussgespräch (Feedback).

Rahmenbedingungen

Zeitbedarf: ca. 3 Schulstunden á 45 Min.
Auch ein Elternabend zu oben genannten Themen kann bei Bedarf angeboten werden.

Schulungsangebote für Multiplikator*innen in Schulen

Nicht erforderlich, aber empfehlenswert.

Evaluation

Es wurde keine Evaluation durchgeführt.
Allerdings  ist das Feedback der Schulen überwiegend positiv. Es wurden bessere Umgangsformen und eine stärkere Sensibilität der Schüler*innen beobachtet.
Erfolgskriterien:
Inhaltliche Vorbereitung auf die Informationsveranstaltung und durch die Projektwoche.

Erfahrungsberichte, Verbreitung

Durchführung seit 1998 in Braunschweig, insgesamt circa 15 mal pro Jahr.

Kosten, Unterstützungs- und Finanzierungshinweise

Den Schulen entstehen keine Kosten.
Hinweise auf Unterstützungsmöglichkeiten geben

Ines Fricke, Polizeiinspektion Braunschweig unter
Tel.: 0531 476-3059 oder E-Mail: ines.fricke@polizei.niedersachsen.de,

Michael Bahr, Polizeiinspektion Braunschweig Süd  unter
Tel.: 0531 476-3526 oder E-Mail: Michael.bahr@polizei.niedersachsen.de.

 

Bezüge zum Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen

Das Angebot „Informationsprojekt Jugendkriminalität“ unterstützt grundsätzlich Ergebnisse und Wirkungen (QB 1) der Unterrichts- und Erziehungsarbeit und ist damit förderlich für die Erfüllung des Bildungsauftrages nach dem Niedersächsischen Schulgesetz. Es kann dazu beitragen, Schulqualität zu verbessern, insbesondere in den Qualitätsbereichen 4 bis 6.

QB 4: Ziele und Strategien der Schulentwicklung
QM 4.1: Schulprogramm (Leitbild)
QB 5: Bildungsangebote und Anforderungen
QM 5.2: Schuleigenes Curriculum (Unterrichtsergänzende Angebote)
QB 6: Kooperation und Beteiligung
QM 6.2: Kooperation nach außen (Erweiterung des Bildungsangebotes)

Erläuterungen:

  • Bei Berücksichtigung im Leitbild kann es eine zu dokumentierende Maßnahme des Schulprogramms darstellen.
  • Es besteht die Möglichkeit, es als Bildungsangebot in das schuleigene Curriculum zu integrieren und das Themenfeld `Prävention von Jugendkriminalität´ als gesundheitsfördernde Entwicklungschance zu nutzen.
  • Externe Institutionen unterstützen einen Erweiterung des Bildungsangebotes.

Literatur / Quellen / Praxismaterialien

  • Kerscher, K.-H. I. (2008): Gewalt an Schulen, Jugendkriminalität und Sozialstruktur: Einführung in die sozialwissenschaftlichen Theorien abweichenden und kriminellen Verhaltens. München: GRIN Verlag.
  • Dölling, D. (2006): Prävention von Jugendkriminalität. Eigenverlag der Landesgruppe Baden-Württemberg in der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e.V. (DVJJ).
  • Krall, H.(2004): Jugend und Gewalt: Herausforderungen für Schule und soziale Arbeit. Berlin-Hamburg-Münster: LIT Verlag.