LARS & LISA*

Förderung allgemeiner Lebenskompetenzen, Prävention von Depressionen für 8. Jahrgangsstufe

*Dieses Programm entspricht den Qualitätskriterien der „Grüne Liste Prävention“.

Verantwortliche / Anbieter

Präventionsprojekt: Lebenslust mit LARS & LISA
Prof. Dr. Martin Hautzinger, Dr. Melanie Wahl, Dr. Margarete Patak
Universität Tübingen
Arbeitsbereich Klinische Psychologie und Psychotherapie
Schleichstr. 4
72076 Tübingen
Tel.: +49 (0) 70 71 29 – 7 73 01
Fax: +49 (0)  70 71 29 – 52 19
E-Mail: hautzinger@uni-tuebingen.de, praeventionsprojekt@psycho.uni-tuebingen.de

Zielsetzung

Förderung allgemeiner Lebenskompetenzen, Prävention von Depressionen

Zielgruppe

„Lebenslust mit LARS & LISA“-Programm: vorrangig für Haupt-, Real-, Gemeinschafts- und Gesamtschüler*innen der 8. Jahrgangsstufe aber auch für Gymnasiasten und Jahrgangsstufe 9 geeignet.

Inhalte und Methodik

Das Programm enthält kognitive und soziale Trainingsanteile. Es werden die Zusammenhänge zwischen Kognition, Verhalten und Emotion erarbeitet, dysfunktionale automatische Gedanken werden identifiziert und durch funktionale ersetzt. Daneben werden Merkmale und Vor- und Nachteile verschiedener Verhaltensweisen (unsicher, aggressiv, selbstsicher) erarbeitet und selbstsicheres Verhalten in Rollenspielen trainiert.
Folgende fünf Themenbereiche bilden die Schwerpunkte des Programms:

  1. Formulierung persönlicher Ziele,
  2. Zusammenhänge zwischen Kognitionen, Emotionen und Verhalten,
  3. bewusstes Wahrnehmen und Modifikation der eigenen negativen Kognitionen,
  4. Selbstsicherheitstraining,
  5. Training sozialer Kompetenz.

Das Trainingsmanual enthält Informationen zum theoretischen Hintergrund von Depressionen im Jugendalter und die Darstellung der Übungen. Jede Trainingseinheit wird zunächst durch einen Überblick dargestellt. Zusätzlich ist eine Materialliste aufgeführt und es wird auf die Ziele der Einheiten hingewiesen. Folien und Arbeitsblätter befinden sich auf einer beiliegenden CD-ROM.
Auf der beiliegenden DVD können an Hand kurzer Filmszenen ausgewählte Inhalte vertieft und die Umsetzung des Erlernten an positiven Modellen erfahren werden.

Rahmenbedingungen

Das Programm umfasst zehn Doppelstunden, empfohlen wird jeweils eine Doppelstunde pro Woche umzusetzen. Da das Programm geschlechtergetrennt durchgeführt wird, sind zwei Lehrkräfte zur Betreuung der Gruppen notwendig. Empfehlenswert sind Gruppen von 6 bis 12 Schüler*innen, das Programm ist aber auch durchführbar in Gruppen von 4 bis 16 Schüler*innen.

Qualifikation der Kursleitungen

Die Kursleiter*innen sollten Fachkräfte (Psychologie, Lehramt, Sozialpädagogik, Pädagogik) mit entsprechenden Erfahrungen im Umgang mit Jugendlichen und Vorkenntnissen in kognitiven, verhaltenstherapeutischen Grundlagen und sozialen Kompetenztrainings sein.

Schulungsangebot für Multiplikator*innen in Schulen

Obwohl das Trainingsmanual selbsterklärend ist, wird eine Fortbildung zur Einführung in das Programm empfohlen. Fortbildungstermine und -rahmenbedingungen können Sie unter hautzinger@uni-tuebingen.de erfragen.
Die Kursleiter*innen sollten Fachkräfte (Psychologie, Lehramt, Sozialpädagogik, Pädagogik) mit entsprechenden Erfahrungen im Umgang mit Jugendlichen und Vorkenntnissen in kognitiven, verhaltenstherapeutischen Grundlagen und sozialen Kompetenztrainings sein.

Evaluation

Es wurden kontrollierte, randomisierte, quasiexperimentelle Prä-Post Follow-Up Design Evaluationsstudien in zwei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und einem vom Bundesministerium für Bildung und geförderten Projekten durchgeführt.
Es konnten dabei deutlich positive Effekte des Präventionsprogramms nachgewiesen werden, z.B. auf die selbstberichtete depressive Symptomatik der teilnehmenden Jugendlichen bis 12 Monate nach Ende des Trainings, auf das Sozialverhalten, das Selbstwertgefühl, die Selbstwirksamkeitserwartung und ungünstige Kognitionen der Jugendlichen. Darüber hinaus konnte eine Generalisierung der Effekte gefunden werden, so z.B. signifikantes Absinken der Schulbucheinträge. Das Programm selbst erfuhr hohe Akzeptanz bei den Jugendlichen und den Trainern (Lehramt und Psychologie).

Erfahrungsberichte, Verbreitung

Das Trainingsprogramm „LARS & LISA“ wurde seit 2000 an der Universität Tübingen entwickelt und in zahlreichen Studien erfolgreich evaluiert, zuletzt mit Lehrkräften als Gruppenleiter. Gegenwärtig erfolgt unter Evaluation der Universität Tübingen der Praxistransfer in die Breite in Schulen in Baden-Württemberg. Das Programm wurde bereits an zahlreichen Schulen umgesetzt (Baden-Württemberg / Bremen).

Kosten, Unterstützungs- und Finanzierungshinweise

Kosten in Höhe von 40,00 Euro (inkl. Verpackung und Versand) entstehen für das Material „Lebenslust mit LARS & LISA“ , bestehend aus einem Trainermanual, einer DVD mit Filmmaterial zum Programm und einer CD-ROM mit den Arbeitsblättern, Postern, und Regieanweisungen.
Die Materialen können Sie unter folgender Adresse bestellen:
Prof. Dr. Martin Hautzinger
Universität Tübingen
Arbeitsbereich Klinische Psychologie und Psychotherapie
Schleichstr. 4
72076 Tübingen
Tel.: +49 (0) 70 71 29 – 7 73 01
Fax: +49 (0) 70 71 29 – 52 19
E-Mail: hautzinger@uni-tuebingen.de
Unterstützungshinweise gibt:
Projektleiter Prof. Dr. Martin Hautzinger,
E-Mail: hautzinger@uni-tuebingen.de
oder
Projektmitarbeiterinnen Melanie Wahl & Margarete Patak,
E-Mail: praeventionsprojekt@psycho.uni-tuebingen.de.

Bezüge zum Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen

Das Angebot „LARS & LISA“ unterstützt grundsätzlich Ergebnisse und Wirkungen (QB 1) der Unterrichts- und Erziehungsarbeit und ist damit förderlich für die Erfüllung des Bildungsauftrages nach dem Niedersächsischen Schulgesetz. Es kann dazu beitragen, Schulqualität zu verbessern, insbesondere in den Qualitätsbereichen 4 bis 6.

QB 4: Ziele und Strategien der Schulentwicklung
QM 4.1: Schulprogramm (Leitbild)
QM 4.3: Berufliche Kompetenzen (Fort- und Weiterbildung)
QB 5: Bildungsangebote und Anforderungen
QM 5.2: Schuleigenes Curriculum (Unterrichtsergänzende Angebote)
QB 6: Kooperation und Beteiligung
QM 6.3: Beteiligung (Schule als Lebensraum)

Erläuterungen:

  • Ziel dieses Angebotes ist die Förderung von Lebenskompetenzen und die Prävention von Depressionen. Bei Berücksichtigung im Leitbild kann es eine zu dokumentierende Maßnahme des Schulprogramms darstellen.
  • Lehrerfortbildungen werden angeboten.
  • Das Angebot unterstützt die Gestaltung eines gesundheitsfördernden Erfahrungs- und Lernraums durch die Beteiligten.

Literatur / Quellen / Praxismaterialien

  • Pössel, P., Horn, A. B. & Hautzinger, M., & Groen, G. (2004). School-based universal primary prevention of depressive symptoms in adolescents: Results of a 6-Month follow-up. Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry, 43, 1003 – 1010.
  • Pössel, P., Horn, A. B., Seemann, S. & Hautzinger, M. (2004). Trainingsprogramm zur Prävention von Depressionen bei Jugendlichen. LARS&LISA: Lust An Realistischer Sicht & Leichtigkeit Im Sozialen Alltag. Hogrefe: Göttingen.
  • Pössel, P., Baldus, C., Horn, A. B., Groen, G. & Hautzinger, M. (2005). Influence of general self-efficacy on the effects of a school-based universal primary prevention program of depressive symptoms in adolescents. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 46, 982-994.
  • Pössel P., Horn A., Hautzinger M. (2006): Vergleich zweier schulbasierter Programme zur Prävention depressiver Symptome bei Jugendlichen. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 2, 109-16.
  • Pössel, P., Seemann, S. & Hautzinger, M. (2008). Impact of comorbidity in prevention of adolescent depressive symptoms. Journal of Counseling Psychology, 55, 106-117.
  • Wahl, M. (2009). Evaluation des multimodalen Behandlungsprogramms “Mini-KiSS” – Ein Programm für Eltern von Kindern mit Schlafstörungen. Auswirkungen auf die Erziehungskompetenzen und psychischen Belastungen der Eltern. VDM, Müller: Saarbrücken.
  • Wahl, M.S., Patak, M.A., Pössel, P. & Hautzinger, M. (2011). A School-based Universal Programme to Prevent Depression and to Build Up Life Skills. Journal of Public Health, 19(4), 349-356.
  • Wahl, M. S. (2012). Lebenslust mit LARS&LISA. Evaluation eines schulbasierten, universalen Depressionspräventionsprogramms für Jugendliche. Hamburg: Verlag Dr. Kovac.
  • Wahl, M.S., Patak, M.A. & Hautzinger, M. (2012). Lehrer als Trainer von schulbasierten Präventionsprogrammen – Erfahrungen mit einem Programm zur Förderung von Lebenskompetenzen und Emotionsregulation, Prävention und Gesundheitsförderung, 7 (2), 107-114.
  • Wahl, M. S., Patak, M. A. & Hautzinger, M. (2012). Depressionsprävention bei Jugendlichen – eine Zukunftsperspektive? In: Kirch, W., Hoffmann, T., Pfaff, H., (Hrsg.), Prävention und Versorgung. Stuttgart: Thieme.