Opstapje *

Programm für Familien mit Kindern unter 3 Jahren im Bereich der Frühen Bildung

*Dieses Programm entspricht den Qualitätskriterien der „Grüne Liste Prävention“.

Verantwortliche / Anbieter

IMPULS Deutschland Stiftung e.V.
Geschäftsführender Vorstand
Peter Weber
Konsul-Smidt-Straße 8g
28217 Bremen
Tel.: (04 21) 69 67 86 – 0
E-Mail: info@impuls-familienbildung.de

Kontaktmöglichkeit in Niedersachsen

Regionalkoordinatorin Nord
Beate Niebel
Tel.: (058 22) 37 93
E-Mail: Beate.Niebel@impuls-familienbildung.de

Zielsetzung

„Opstapje“ ist ein Programm der Frühen Bildung für Familien mit Kindern bis drei Jahren, das Eltern in ihrem täglichen Erziehungshandeln unterstützt, die Elternkompetenzen stärkt und zu mehr Sicherheit und Selbstvertrauen beiträgt. Ziel des Programms „Opstapje“ ist, die frühkindliche Entwicklung positiv zu begleiten und die Mutter-Kind- bzw. die Vater-Kind-Beziehung durch gemeinsame Aktivitäten zu stärken. „Opstapje“ unterstützt die Eltern dabei, sich aktiv, regelmäßig und intensiv mit ihren Kindern zu beschäftigen. Dies stärkt die Handlungsmöglichkeiten bei allen Mitgliedern der Familie und steigert die sozialen Kompetenzen der Kinder, was sich positiv auf alle Bereiche ihrer Entwicklung auswirkt. Eine enge Bindung zwischen Eltern und ihren Kindern ist eine wichtige Basis für die frühen Lernerfahrungen von Kindern. Die Eltern sind die wichtigsten Lehrer*innen und Ratgeber*innen ihrer Kinder.

Zielgruppe

Familien mit Kindern im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren.

Inhalte und Methodik

„Opstapje“ arbeitet mit einer Kombination von Gruppentreffen und Hausbesuchen. Die Hausbesucherinnen, die in der Regel Mütter aus dem direkten Umfeld der Familie sind, werden vorher durch eine pädagogische Fachkraft geschult und auf den Hausbesuch vorbereitet. Bei „Opstapje“ wird die Entwicklung des Kindes durch klar strukturierte Aktivitäten ganzheitlich gefördert. Die Spiel- und Übungsmaterialien, entwickelt nach pädagogischen Kriterien, geben Eltern die passenden Anregungen und das nötige „Knowhow“ für gemeinsame Bindungs- und Bildungsaktivitäten mit dem Kind. Die 14-tägig stattfindenden Gruppentreffen dienen dem Auf-/Ausbau eines sozialen Netzwerkes und informieren die Familien über weitere Unterstützungsmöglichkeiten in ihrem Stadtteil/an ihrem Wohnort/ in ihrem sozialen Umfeld.

Rahmenbedingungen

Das Programm „Opstapje“ (für Kinder im Alter von 18 bis 36 Monate) dauert 18 Monate. Seit dem 01.01.2015 besteht durch die Erweiterung Opstapje Baby (für Kinder im Alter von 6 bis 18 Monate) die Möglichkeit einer Programmteilnahme bis zu 27 Monate.
Die so genannten „Opstapje“-Hausbesucherinnen besuchen die Familien einmal pro Woche zu Hause.
Zusätzlich finden 14-tägig Gruppentreffen mit anderen Familien in einem extra Gruppenraum statt.
Als Personalbedarf sind Ressourcen für die Koordination und für die Hausbesuche einzuplanen. Dabei gilt es bei 15 Familien für die Koordinatorin ca. 10 Stunden por Woche und für die Hausbesucherin bei 15 Familien ca. 15 Stunden pro Woche zu kalkulieren.

Schulungsangebot für Multiplikator*innen in Kita

Die von IMPULS Deutschland durchgeführten Schulungen für die KoordinatorInnen setzen Qualifikationen als pädagogische Fachkraft mit Fachhoch- oder Hochschulabschluss und mit Erfahrung im Bereich der Vorschulpädagogik, Erwachsenenarbeit und interkulturellen Arbeit voraus.
Die HausbesucherInnen werden durch die KoordinatorInnen geschult. Voraussetzung hierfür sind die persönlichen Erfahrungen als Eltern, Empathie und ggfs. Kenntnisse der Muttersprache der zu besuchenden Familien.

Evaluation

Die Wirksamkeit des „Opstapje“-Programms ist mehrfach nachgewiesen. Die bedeutsamsten Auszeichnungen sind:

  • Die „Grüne Liste Prävention“ des Landespräventionsrates Niedersachsen führt Opstapje als eines von wenigen frühkindlichen Bildungsprogrammen in Kategorie 3 mit dem Status „Effektivität nachgewiesen“. Kategorie 3 ist die höchste Stufe, die ein Präventionsprogramm auf dieser Liste erreichen kann.
  • „Opstapje“ wurde im Dezember 2010 von der Jacobs Foundation mit dem Klaus J. Jacobs Best Practice Award ausgezeichnet.
  • Im April 2015 wurde „Opstapje“ von der Phineo gAG als besonders leistungsstarkes Programm mit dem „Wirkt“-Siegel ausgezeichnet.

Maßgeblich verantwortlich für den Erfolg des Programms sind die HausbesucherInnen. Sie schaffen durch ihre Vertrautheit und ihre Empathie den Zugang zu Familien, die andere Angebote der Familienhilfe ggfs. nicht wahrnehmen würden. Die Niedrigschwelligkeit ist das wichtigste Merkmal im „Opstapje“-Konzept und die maßgebende Größe für einen erfolgreichen Programmdurchlauf.

Erfahrungsberichte, Verbreitung

2016 wurde „Opstapje“ an 50 Standorten bundesweit durchgeführt. Es nahmen 1108 Familien am Programm teil (Stand Januar 2017). Im Programm arbeiteten ca. 55 KoordinatorInnen und 140 HausbesucherInnen.

Weiterführende Informationen unter http://impuls-familienbildung.de/programme/#Opstapje (Zugriff: 29.06.2017) und http://impuls-familienbildung.de/wie-opstapje-leben-veraendert/

 

Kosten, Unterstützungs- und Finanzierungshinweise

Die Materialkosten pro Familie bei einem Programmdurchlauf belaufen sich für die Träger auf ca. 336,00 Euro. Geringfügige monatliche Unkostenbeiträge für die Materialien sind von den Familien in Absprache mit den durchführende Trägern zu leisten.
Die Personalkosten entstehen für die Koordinatorin (10h pro Woche) und die Hausbesucherin (15h pro Woche) und richten sich nach den Bedingungen des durchführenden Trägers.
Finanzierungsmöglichkeiten des Programms bestehen durch überregionale und regionale Stiftungen und Förderer, durch Maßnahmen nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz Sozialgesetzbuch (SGB) VIII § 16 Abs. 1 (Bildungsangebot für Kinder und Eltern), durch europäische und nationale Fonds und trägereigene Jugendhilfebudgets.

Bezüge zum Orientierungsrahmen Kita-Qualität: Gesundheit – Bildung – Entwicklung

QD 2: Entwicklung der Kita-Kultur
QK 2.4: Bildungsverständnis und Bild vom Kind
QD 4: Kooperation und Vernetzung
QK 4.5: Gemeinwesenorientierte Vernetzung
QD 5: Bildung, Erziehung und Betreuung
QK 5.8: Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Eltern
QD 6: Wirkungen
QK 6.1: Auswirkungen auf die Kinder
QK 6.2: Auswirkungen auf die Eltern
QK 6.4: Auswirkungen aus Staat und Gesellschaft

Literatur / Quellen / Praxismaterialien

  • Aue, Michael; Thrum, Kathrin: Schritt für Schritt – Opstapje. Video zum präventiven Frühförderprogramm für zweijährige Kinder sozial benachteiligter Familien. Nürnberg; München: Medienwerkstatt Franken; DJI 2003,
  • Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.): Sann, Alexandra; Thrum, Kathrin: Guter Start mit Opstapje. Frühförderung für Kinder aus sozial benachteiligten Familien. In: DJI Bulletin, 2002, Heft 60/61, S. 3-5,
  • Hess, Dagmar: Schritt für Schritt mit Opstapje vorankommen. Deutsches Jugendinstitut erprobt Frühförderprogramm für soziale benachteiligte Familien. In: epd sozial, Heft 27, S 13,
  • Lund, Kerstin; Erdwien, Birgitt: Entwicklungspsychologische Untersuchungen in Hinblick auf die Wirksamkeit des Programms Opstapje im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Fachtagung. München: 2004,
  • Opstapje – Schritt für Schritt (Hrsg.): Manstetten, Astrid; Sann, Alexandra; Thrum, Kathrin: Opstapje – Schritt für Schritt. Vorstellung des Modellprogramms und der wissenschaftlichen Begleitung. Informationsbroschüre. München: 2004,
  • Opstapje – Schritt für Schritt (Hrsg.): Schritt für Schritt – Opstapje. Vorstellung des Modellprogramms und der wissenschaftlichen Begleitung, Flyer, Kurzfassung. München: 2004,
  • Sann, Alexandra; Thrum, Kathrin: Perspektiven präventiver Frühförderung im Kontext sozialer Benachteiligung. Das präventive Frühförderprogramm „Opstapje – Schritt für Schritt“ für Familien mit zwei- bis vierjährigen Kindern im wissenschaftlich begleiteten Ersteinsatz in der BRD. Aus: ISA Institut für soziale Arbeit (Hrsg.): Beiträge zum ISA Kongress. Dortmund: 2003,
  • Katholische Hochschule Berlin (Hrsg.): Schumann, Monika; Willenbrink, Monika: „OPSTAPJE – Schritt für Schritt. Präventives Förderprogramm für Kinder (ab 18 Monaten) aus sozial benachteiligten und bildungsfernen Familien in Berlin-Lichtenberg, Evaluationsbericht, Berlin 2009,
  • www.impuls-familienbildung.de