Klasse2000 *

Förderung von Gesundheits- und Lebenskompetenzen in Grundschulen

*Dieses Programm entspricht den Qualitätskriterien der „Grüne Liste Prävention“.

Verantwortliche / Anbieter

Verein Programm Klasse2000 e.V.
Feldgasse 37
90489 Nürnberg
Tel.: (09 11) 89 12-10
Fax: (09 11) 89 121-30
E-Mail: info@klasse2000.de
www.klasse2000.de

Regionalkoordinatorinnen für Niedersachsen:
Niedersachsen Süd
Susanne Trapp-Fuhse
Tel.: (0 51 39) 98 23 34
Fax: (0 51 39) 95 85 341
Niedersachsen Nord und Bremen
Iris Kluge
Tel.: (0 54 41) 50 90 48
Fax: (0 54 41) 50 90 49

Zielsetzung

Die Programmverantwortlichen zielen darauf ab, die Gesundheits- und Lebenskompetenzen der Kinder frühzeitig und kontinuierlich zu stärken. Sucht, Gewalt und gesundheitsschädigendem Verhalten wird so vorgebeugt.
Das Programm hat folgende Ziele:

  • Kindern ist es wichtig, gesund zu sein und sie sind überzeugt, selbst etwas dafür tun zu können,
  • Kinder kennen ihren Körper und wissen, was sie tun können, um gesund zu bleiben und sich wohlzufühlen,
  • Kinder besitzen wichtige Lebenskompetenzen, z.B. mit Gefühlen und Stress umgehen, mit anderen kooperieren, Konflikte lösen und kritisch Denken.

Zielgruppe

Grundschüler*innen sowie deren Eltern.

Inhalte und Methodik

Grundschulkinder dabei zu unterstützen, gesund und selbstbewusst heranzuwachsen und ihr Leben ohne Suchtmittel und Gewalt zu meistern – das ist das Ziel von „Klasse2000“. Das Unterrichtsprogramm umfasst sowohl Körperwissen und Gesundheitsthemen als auch Persönlichkeitsentwicklung und soziales Lernen, z.B.:

  • Gesund essen und trinken,
  • Bewegen und Entspannen,
  • sich selbst mögen und Freunde haben,
  • Probleme & Konflikte lösen,
  • kritisch denken & Nein sagen, z.B. zu Tabak, Alkohol und bei Gruppendruck.

„Klasse2000“ möchte die Inhalte spielerisch und handlungsorientiert vermitteln. Dies geschieht durch Kleingruppen- und Paararbeiten, Kreisgespräche, Experimente, Hausaufgaben, Rollenspiele, Wahrnehmungs- und Bewegungsspiele, Atemübungen und Entspannungsgeschichten, Malen, Basteln und Singen.
Jede Aktivität eröffnet die Möglichkeit zur aktiven Teilnahme. Ein interaktiver Vermittlungsstil, bei dem der Austausch der Kinder untereinander angeregt wird, ist ein wesentliches Element von „Klasse2000“.

Rahmenbedingungen

Der Unterricht wird von den Lehrkräften und so genannten „Klasse2000-Gesundheitsförderern“ durchgeführt. Gesundheitsförderer sind Fachleute aus dem Bereich Gesundheit und Pädagogik, die für ihren Einsatz im „Klasse2000“ – Projekt speziell geschult wurden. Sie führen ca. 3 von etwa 15 Unterrichtseinheiten in Absprache mit den Lehrkräften pro Schuljahr durch und sollen die Kinder begeistern und wichtige inhaltliche Impulse setzen. Zur inhaltlichen und organisatorischen Abstimmung findet ein jährliches Lehrergespräch statt. Die Lehrkräfte erhalten ausgearbeitete Unterrichtsvorschläge von „Klasse2000“, die sie entsprechend der jeweiligen Lehrpläne und Gegebenheiten vor Ort einsetzen können

Schulungsangebot für Multiplikator*innen in Schulen

Die Lehrkräfte bedürfen keiner weiteren Qualifikation. Um Gesundheitsförderer werden zu können, ist eine medizinische oder pädagogische Berufsausbildung und Erfahrung mit Kindern Voraussetzung.
Die Gesundheitsförderer werden von „Klasse2000“ vorab geschult. Die Lehrkräfte stehen im Austausch mit den Gesundheitsförderern und erhalten so zusätzlich zu den ausgearbeiteten Unterrichtsvorschlägen und Materialien fachliche Unterstützung.

Evaluation

Das „Klasse2000“- Programm wird fortlaufend evaluiert. In jedem Schuljahr werden Schüler*innen, Eltern, Lehrkräfte und die Gesundheitsförderer über die Zufriedenheit mit unterschiedlichen Aspekten des Programms befragt.
Ergebnis dieser Untersuchungen ist eine hohe Zustimmung aller Beteiligten. In kürzlich durchgeführten Studien erreichte das „Klasse2000“-Konzept bei Klassenlehrer*innen Zustimmungsquoten zwischen 75% und 95%.
Die Ergebnisse fließen auch in die Weiterentwicklung des Programms ein.
Dass „Klasse2000“ langfristig wirkt zeigt eine Längsschnittstudie, die „Klasse2000“-Kinder bis zum Ende der 7. Klasse mit Kindern verglich, die nicht an dem Programm teilgenommen hatten.
Am Ende der 7. Klasse rauchen die ehemaligen „Klasse2000“-Kinder seltener und trinken weniger Alkohol. 7,9 % der „Klasse2000“-Gruppe haben schon einmal geraucht, bei der Kontrollgruppe waren es 19,7 %. Der Vergleich der Jugendlichen, die schon einmal Alkohol getrunken haben, zeigt, dass die „Klasse2000“-Kinder deutlich weniger konsumieren als die Kontrollgruppe. Sie waren seltener schon einmal betrunken und ihr regelmäßiger Alkoholkonsum liegt deutlich unter dem der Kontrollgruppe.

Eine 2013-2015 durchgeführte randomisierte Längsschnittstudie der Universität Bielefeld (Leiterin: Prof. Dr. Petra Kolip) untersuchte die Wirkung von Klasse2000 auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Kinder von Klasse 1-3. Sie belegt positive Effekte des Programms, obwohl auch in den Kontrollschulen zahlreiche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung durchgeführt wurden. Beispielsweise wechselten Klasse2000-Kinder seltener von einem aktiven Schulweg (zu Fuß, Fahrrad, Roller) zu einem passiven (Auto oder Bus). Auch das Ernährungsverhalten entwickelte sich in einigen Punkten bei den Klasse2000-Kindern positiver als in der Kontrollgruppe (Konsum von Süßigkeiten, Obst und Gemüse). http://www.klasse2000.de/downloads/evaluation.html

Erfahrungsberichte,Verbreitung

Erfahrungsberichte finden Sie unter den Internetanschriften:

Das Programm wird seit 1991 durchgeführt. Im Schuljahr 2015/16 nahmen über 438.000 Kinder aus 19.400 Grundschulklassen in allen Bundesländern an „Klasse2000“ teil.

Kosten, Unterstützungs- und Finanzierungshinweise

Das Programm wird fast ausschließlich über Spenden finanziert, meistens in Form von Patenschaften für einzelne Klassen (220,-€ pro Klasse). Paten sind z.B. Eltern, Fördervereine, Lions Clubs und andere Service Clubs, Firmen, Geschäfte, Krankenkassen, Ärzte, Städte, Landkreise, Sparkassen und Banken.

Die AOK Niedersachsen fördert 200 niedersächsische 1. Klassen im Schuljahr 2017/18 durch Teilpatenschaften  in Höhe von 110,-€ .  Unter www.klasse2000.de , Rubrik Fördermöglichkeiten für Schulen,  ist vom 14.08. – 30.09.2017 die Bewerbung für Schulen  möglich.

Bundesweit gibt es 18 regionale Koordinator*innen als Ansprechpartner*innen für interessierte Schulen und Gesundheitsförderer.
Informationen zu möglichen Finanzierungen durch Patenschaften können beispielsweise bei den Distriktbeauftragten der Lions-Clubs erfragt werden:

Distrikt 111-Niedersachsen-Bremen (NB)
Frauke Koch
Tel.: (0 47 44) 93 00 30

Distrikt 111-Niedersachsen Hannover (NH)
Annegret Heumann
Tel. privat: (05 31) 61 36 11
Tel. beruflich: (05 31) 4 84 38 42

Bezüge zum Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen

Das Programm „Klasse 2000“ unterstützt grundsätzlich Ergebnisse und Wirkungen (QB 1) der Unterrichts- und Erziehungsarbeit und ist damit förderlich für die Erfüllung des Bildungsauftrages nach dem Niedersächsischen Schulgesetz. Es kann dazu beitragen, Schulqualität zu verbessern, insbesondere in den Qualitätsbereichen 2 bis 6.

QB 2: Lehren und Lernen
QM 2.2: Unterrichtsführung (Störungsprävention, Lernklima)
QB 4: Ziele und Strategien der Schulentwicklung
QM 4.1: Schulprogramm (Leitbild)
QM 4.3: Berufliche Kompetenzen (Fortbildung, Gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen)
QB 5: Bildungsangebote und Anforderungen
QM 5.1: Bildungsangebote (Besondere Angebote der Förderung)
QB 6: Kooperation und Beteiligung
QM 6.2: Kooperation nach außen (Erweiterung des Bildungsangebotes)
QM 6.3: Beteiligung (Schule als Lebensraum)

Erläuterungen:

  • Mit dem Bildungsauftrag im NSchG versteht sich Schule als Entwicklungsunterstützer der Kinderpersönlichkeit im psycho-sozialen Kontext. Das Programm zielt auf die Persönlichkeitsentwicklung und die Förderung von positiv-emotionalem Befinden ab.
  • Durch die Befähigung zur Anwendung von Konfliktbewältigungsstrategien wird störungsfreies Lernen im wertschätzenden Lernklima ermöglicht.
  • Das Programm dient als unterstützende Maßnahme zur Erreichung von der Schule definierter Ziele (Schulleitbild) und kann im Schulprogramm dargestellt werden.
  • Prosoziales Verhalten entlastet die Lehrkräfte. (Gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen)
  • Ein externes Konzept wird in die Schule implementiert und bietet ein besonderes Bildungsangebot zur Gewalt- und Suchtprävention sowie Stressbewältigung.
  • Schule als anregendes Erfahrungs- und Lernfeld wird im Rahmen des Angebotes verwirklicht. (Schule als Lebensraum)

Literatur / Quellen / Praxismaterialien