BASS

Bausteinprogramm schulischer Suchtvorbeugung

Verantwortliche / Anbieter

Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen
Landesfacharbeitsgemeinschaft der LAG der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen e.V.
Grupenstraße 4
30159  Hannover
Tel.: 0511 626266-0
Fax: 0511 626266-22
E-Mail: info@nls-online.de
www.nls-online.de
www.suchtpraevention-in-niedersachsen.de

Zielsetzung

Die Auseinandersetzung der Schüler*innen mit den Themen Sucht, Suchtmitteln und dem eigenen Umgang damit soll durch BASS gefördert werden. Lehrkräfte werden mit dem Manual bei der systematischen Umsetzung von Suchtprävention unterstützt, um die Lebenskompetenzen von Schüler*innen zu fördern. So soll Suchtprävention durch BASS in die Strukturen niedersächsischer Schulen verankert werden.

Zielgruppe

Schüler*innen Jahrgänge 5/6 ,  7/8 und 9/10 von allen Regelschulen, Lehrkräfte, Eltern.

Inhalte  und Methodik

Im Zentrum des Bausteinprogramms schulischer Suchtvorbeugung BASS stehen drei Unterrichtskonzepte für die 5./6. Klasse, die 7./8. Klasse und 9./10. Klasse. Jedes Bausteinprogramm umfasst acht Bausteine (Doppelstunden) und ist mit den nötigen Unterrichtsmaterialen (didaktische Erläuterungen, Kopiervorlagen, Hintergrundinformationen) versehen. Beide zielen schwerpunktmäßig auf die Einstellung und das Verhalten der Schüler*innen ab. Gestärkt werden sollen mit dem Programm:

  • Kenntnisse über Suchtmittel, süchtige Verhaltensweisen und Suchtentwicklung,
  • die Standfestigkeit der Schüler*innen, damit sie sozialem Druck widerstehen können und lernen, bei schädlichen Angeboten „Nein zu sagen“,
  • das Selbstvertrauen durch die Erkenntnis, dass unangenehme Situationen auch ohne Drogen zu bewältigen sind,
  • die Fähigkeit zur konstruktiven Kommunikation und Auseinandersetzung mit anderen sowie
  • prosoziales Verhalten in der Gruppe.

Darüber hinaus umfasst der Bausteinprogramm:

  • Informationen zu den Grundlagen schulischer Suchtprävention,
  • Kurzinformationen zu Suchtmitteln (Rauchen, Alkohol, Cannabis, Medien) und abhängigem Verhalten,
  • Informationen über Suchtmittelkonsum in Schulen und Interventionsmöglichkeiten für Lehrkräfte,
  • Hinweise zur begleitenden Elternarbeit,
  • Hinweise zur Projektarbeit in Schulen,
  • einen Anhang mit zentralen Erlassen, Auszügen aus dem Jugendschutzgesetz, Fragebögen, Literaturverzeichnis sowie Adressen der Fachstellen für Sucht und Suchtprävention in Niedersachsen.

BASS greift auf vielfältige Methoden zurück: neben zahlreichen interaktiven Übungen (Rollen- und Theaterspiele) beinhaltet es u.a. Gruppenarbeiten, Vorträge, Kartenabfragen, Phantasiereisen, Entspannungsübungen und kreative Arbeitsformen (Malen, Collagen).

Rahmenbedingungen

Ein Programmdurchlauf umfasst 8 Bausteine à 90 Minuten. Die Bausteine können in unterschiedlichen Zusammenhängen umgesetzt werden. Möglichkeiten der Umsetzung sind:

  • Integration ins Schulhalbjahr,
  • Integration in Projektwochen,
  • Integration in Klassenfahrten,
  • AGs am Nachmittag.

Schulungsangebote für Multiplikator*innen in Schulen

Lehrkräfte können BASS erwerben und ohne Fortbildung einsetzen. Günstiger ist es, wenn der Einsatz von BASS durch Präventionsfachkräfte begleitet wird (Fortbildung der Lehrkräfte, Unterstützung bei der Umsetzung).

Evaluation

Der Einsatz des Bausteinprogramms an niedersächsischen Schulen wurde vom Weiterbildungsstudium Arbeitwissenschaft an der Universität Hannover im Zeitraum April 2005 bis Juli 2006 wissenschaftlich untersucht. Dies geschah punktuell über zwei standardisierte Fragebogenerhebungen im April 2005 und Juni 2006 sowie im Rahmen eines eintägigen Workshops im September 2005.
Die Erhebungsinstrumente der Evaluation entstanden in enger Abstimmung zwischen dem Weiterbildungsstudium Arbeitswissenschaft und der NLS. Sie wurden nach Vorgesprächen mit Präventionsfachkräften entwickelt, die bereits mit BASS gearbeitet haben. Sie haben einen unmittelbaren Überblick darüber, wie und unter welchen Rahmenbedingungen Schulen BASS einsetzen können, wie das Thema Suchtprävention in Schulen integriert werden kann und wo suchtpräventive Handlungsfelder an Schulen bestehen.
Als besonders hilfreich bezeichnen die Schulen, die mit BASS arbeiten

  • die Informationen zu den Suchtmitteln,
  • die ausführliche Beschreibung der Durchführung und die Arbeitsvorschläge für die einzelnen Stunden,
  • die Elemente zu Stressbewältigung, Essen und Schönheitsideal,
  • die Spiele,
  • die kommunikationsfördernden Methoden und die praktischen Übungen.

Sowohl die erste als auch die zweite Befragung machen deutlich, dass an vielen befragten Schulen eher einzelne Bausteine (z.T. in Verbindung mit anderen suchtpräventiven Konzepten) und weniger das komplette Baustein-Konzept zum Einsatz kommen. Die Schulen, die mit BASS arbeiten, stellten positive Effekte bei ihren Schüler*innen fest.

Erfolgskriterien:

  • zeitliche Ressourcen,
  • kollegiale Unterstützung,
  • Fortbildung und Vorbereitung der Lehrkräfte,
  • Unterstützung durch Externe.

Stolpersteine:

  • fehlende Unterstützung der Leitung bei der Aufnahme des Projektes in das Schulcurriculum.

Die Schulen, die mit BASS arbeiten, stellten positive Effekte bei Ihren Schüler*innen fest. Die Rückmeldungen zeigen allerdings deutlich, dass für schulische Suchtprävention häufig die zeitlichen Ressourcen und die kollegiale Unterstützung fehlen. Darüber hinaus bedarf es der Fortbildung und Vorbereitung der Lehrkräfte und der Unterstützung durch Externe.

Erfahrungsberichte

Liegen nicht vor.

Kosten, Unterstützungs- und Finanzierungshinweise

Ein BASS-Ordner kostet 28,00 Euro inkl. Versand und ist nur über die NLS zu beziehen.

Bezüge zum Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen

Das Angebot „BASS – Bausteinprogramm schulischer Suchtvorbeugung“ unterstützt grundsätzlich Ergebnisse und Wirkungen (QB 1) der Unterrichts- und Erziehungsarbeit und ist damit förderlich für die Erfüllung des Bildungsauftrages nach dem Niedersächsischen Schulgesetz. Es kann dazu beitragen, Schulqualität zu verbessern, insbesondere in den Qualitätsbereichen 4 bis 6.

QB 4: Ziele und Strategien der Schulentwicklung
QM 4.1: Schulprogramm (Leitbild)
QB 5: Bildungsangebote und Anforderungen
QM 5.2: Schuleigenes Curriculum (Unterrichtsergänzende Angebote)
QB 6: Beteiligung und Kooperation
QM 6.2: Kooperation nach außen ( Erweiterung des Bildungsangebotes)

Erläuterungen:

  • Suchtprävention ist laut Rd.Erl. des MK. v. 07.12.12 eine verpflichtende Aufgabe der Schule. Bei Berücksichtigung im Leitbild kann es eine zu dokumentierende Maßnahme des Schulprogramms darstellen.
  • Es besteht die Möglichkeit, es als Bildungsangebot in das schuleigenen Curriculum zu integrieren und das Themenfeld Suchtprävention als gesundheitsfördernde Entwicklungschance zu nutzen.
  • Externe Fachkräfte für Suchtprävention unterstützen das Programm.

Literatur / Quellen / Praxismaterialien