Archiv der Kategorie: Ankündigungen

Termine zur Arbeit der Kooperation »die initiative« (Kat. 410 )

05.03.2026 | 1. Deutscher Präventionsgipfel | Berlin

Sozialversicherungsbeiträge auf Rekordhöhe, zunehmende Volkserkrankungen, der bevorstehende Renteneintritt der Babyboomer und ein schwacher Platz im internationalen Public-Health-Vergleich: Deutschland steht vor großen gesundheitspolitischen Herausforderungen.

Der AOK-Bundesverband richtet deshalb am 5. März 2026 von 15:00 bis 20:00 Uhr den 1. Deutschen Präventionsgipfel aus – und rückt damit ungenutzte Präventionspotenziale in den Fokus.

Die Veranstaltung zeigt auf, wie eine gesündere Gesellschaft zur Stabilisierung unserer Solidarsysteme beitragen kann und welche Strategien dabei besonders wirksam sind. Führende Präventionsforscherinnen und -forscher sowie Gesundheitsökonomen stellen evidenzbasierte Maßnahmen in den Bereichen Ernährung, Tabak- und Alkoholkonsum sowie Bewegung vor.

Hochrangige Expertinnen und Experten aus den Niederlanden, Großbritannien und Litauen präsentieren erfolgreiche internationale Best-Practice-Ansätze. Anschließend diskutieren Abgeordnete des Deutschen Bundestages aus der Gesundheitspolitik, wie Deutschland von diesen Erfahrungen profitieren kann.

Es werden rund 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden erwartet. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eröffnet den Gipfel mit einem Grußwort.

Weitere Informationen zum Programm – auch zur Liveschaltung – finden Sie hier: https://www.aok.de/pp/veranstaltung/1-deutscher-praeventionsgipfel/

04.12.2025 | Public Health Index – Defizite bei den Rahmenbedingen zur Prävention von chronischen Erkrankungen | Berlin

Der aktuelle Bericht zum Public Health Index (PHI) zeigt: Deutschland schneidet bei der Prävention chronischer Erkrankungen im europäischen Vergleich schlecht ab. Untersucht wurde der Umsetzungsstand wissenschaftlich empfohlener Präventionsmaßnahmen.

Public Health Index 2025 (PDF)

Kernaussagen des PHI

In den vier untersuchten Handlungsfeldern landet Deutschland bei Tabak, Alkohol und Ernährung jeweils auf einem unteren Rangplatz. Lediglich im Bereich Bewegung erreicht Deutschland einem Mittelfeldplatz.

Spitzenreiter bei Präventionsmaßnahmen sind Länder wie Großbritannien, Finnland und Irland, dicht gefolgt von Norwegen und Frankreich. Dort werden zahlreiche evidenzbasierte Maßnahmen umgesetzt, die nachweislich zur Förderung gesunder Lebensweisen beitragen. Beispiele sind: Herstellerabgaben auf zuckerhaltige Softdrinks und Werbeeinschränkungen für ungesunde Produkte.

Im Gegensatz dazu erzielt Deutschland insbesondere bei strukturellen Maßnahmen sehr geringe Punktzahlen, z.B. gibt kaum Regelungen zur Werbung für ungesunde Produkte sowie bei der Verfügbarkeit gesundheitsschädlicher Konsumgüter.

Die Realität in Deutschland: vergleichsweise niedrige Preise, allgegenwärtige Werbung und die ständige Verfügbarkeit machen insbesondere den Alkoholkonsum attraktiv. Diese Rahmenbedingungen stehen im Widerspruch zu den Zielen der Prävention und erschweren die Reduktion chronischer Erkrankungen.

Die Chefin des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann, kommentierte: «Prävention ist nicht nur Privatsache oder eine Frage der Eigenverantwortung.» Die Politik sei gefordert, die gesunde Wahl zur einfacheren und leichteren Wahl im Alltag zu machen.

Was bedeutet das für die Prävention in Schulen und Kita?

Das Verhalten des einzelnen Menschen ist für die Prävention von chronischen Erkrankungen von großer Bedeutung. Verhaltenspräventive Maßnahmen sind umso wirkungsvoller, je mehr  sie von den Rahmenbedingungen, wie beispielsweise durch  gesetzliche Regelungen, unterstützt und gefördert werden.

So sollte – insbesondere in den Settings Schule und Kindergarten – das Zusammenspiel von Programmen zur Verhaltens- und Verhältnisprävention für die  Erhöhung der Wirksamkeitswahrscheinlichkeit von Maßnahmen, berücksichtigt werden.

Geeignete Programme für Ihre Schule und Ihre Kita finden Sie in unseren Informationsportalen von »die initiative«.

16.10.2025 | Berliner Gesundheitspreis 2025 | Berlin

Der Berliner Gesundheitspreis ist ein bundesweiter Ideenwettbewerb der Ärztekammer Berlin und des AOK-Bundesverbandes, der seit 1995 alle zwei Jahre verliehen wird. Im Jahr 2025 stand der Wettbewerb unter dem Motto: Starke Schule – starke Seele: Seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärken. Damit rückte ein Thema in den Fokus, das für die Gesundheitsversorgung der jungen Generation von zentraler Bedeutung ist. Gesucht wurden innovative, praxiserprobte und zukunftsweisende Projekte, die die seelische Gesundheit fördern und zur Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beitragen.
Aufzeichnung der Preisverleihung am 16.10.2025 in Berlin

  • Erster Preis: Dare2Care – Schulprogramm Resiliente Schule

Das gemeinnützige Unternehmen Dare2Care bringt das Thema seelische Gesundheit direkt in die Schulen. Ziel ist es, eine Lernumgebung zu schaffen, die Schülerinnen und Schüler emotional stärkt und ihnen Kompetenzen vermittelt, um den Herausforderungen des Lebens gewachsen zu sein. Das Programm bezieht Eltern, Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulsozialarbeit aktiv mit ein.
Umsetzung aktuell in Berlin und Thüringen: https://www.dare2care.de/

  • Zweiter Preis: Nebolus – spielerisch Gesundheitskompetenz fördern

Mit Nebolus wird Gesundheitskompetenz auf innovative Weise vermittelt – spielerisch, digital und lokal verankert. Über eine App erkunden Schülerinnen und Schüler ihre Umgebung in interaktiven Rallyes und lernen dabei Gesundheitsangebote und -institutionen kennen. Zielgruppe sind Jugendliche (12–16 Jahre), Auszubildende, Studierende sowie Schulpersonal.
Umsetzung bundesweit: https://nebolus.net/ und https://www.dieinitiative.de/steckbrief-schule/nebolus-spielerisch-gesundheitskompetenz-staerken/

  • Dritter Preis: Peer-to-peer-Plattform „Jugendliche stärken“ des niedersächsischen Kultusministeriums

Diese digitale Plattform bietet Texte und Videos rund um psychische Gesundheit, soziale Unterstützung und persönliche Grenzen – speziell für Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren. Ein besonderer Fokus liegt auf Diversität und gegenseitiger Unterstützung. Entwickelt wurde die Plattform von einem Team der MSH Medical School Hamburg im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums, begleitet durch Schülervertretungen.
Umsetzung in Niedersachsen / Informationsplattform mit bundesweiten Beratungsangeboten:  https://www.jugendlichestaerken-niedersachsen.de/

  • Sonderpreis: ReFaps – Regionale Fachkräfte für psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

Seit 2022 setzen sich die ReFaps für die psychische Gesundheit junger Menschen ein. Als niedrigschwellige Anlaufstellen beraten sie Fachkräfte und Familien – insbesondere in sozial benachteiligten Stadtteilen. Fünf interdisziplinäre Tandems verbinden kinderpsychiatrische Expertise mit quartiersbezogener Arbeit und entwickeln gezielte Angebote vor Ort. Ziel ist es, ungünstige Bewältigungsstrategien wie exzessiven Medien- oder Drogenkonsum frühzeitig zu verhindern. Koordiniert wird das Projekt von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen und dem Klinikum Bremen-Ost.
Umsetzung in Bremen und Bremerhaven: https://www.gesundheit-nds-hb.de/projekte/refaps/

Herzlichen Glückwunsch!

»die initiative – Gesundheit · Bildung · Entwicklung« gratuliert herzlich den Teams von Dare2Care, Nebolus, Jugendliche stärken – Niedersachsen und ReFaps zu ihren herausragenden Beiträgen für die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.